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Aktuelles in der KHG

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Kapelle der KHG

Kapelle in der KHG

Ausgestaltung der Kapelle des Karl-Rahner-Hauses

Hier zu schreibt Pater Karl Kern (SJ), in dessen Zeit als Hochschulpfarrer der Umbau der Kapelle erfolgte:

"Erfreulicher Anlass für den Umbau war: Die vorhergehende Kapelle - ein Kellerraum, der südliche Teil der heutige Kapellen - war zu klein. Wir haben deshalb die bestehende Kapelle um die zwei benachbarten Kellerräume erweitert. Der gesamte Keller wurde zum geistlichen Bereich mit der Eucharistiekapelle, erweiterbar durch die kleine Andachtskapelle, und einem Meditationsraum.

Zum Konzept der Eucharistiekapelle

Triptychon "Das wandernde Gottesvolk heute"

Der Raum hat eine klare Zweiteilung. Im südlichen Teil konnten wir, im Halbkreis sitzend, Wortgottesdienst feiern, 70 bis 100 Leute hatten bequem Platz. Man war immer nah beieinander, konnte den Wortteil "interaktiv" gestalten, z.B. durch Predigtgespräch. Ein variabler Ambo - ein kleiner Tisch des Wortes -, die umlaufende Sitzbank und Hocker rahmen diesen Raumteil. An der Wand befindet sich ein Triptychon von Hildegard Strutz "Das wandernde Gottesvolk heute", Symbol für die junge Gemeinde, in der gegenüberliegenden Wandnische die Madonna als Urbild der Kirche.

  

Durch zwei Säulen und einen Unterzug gestützt, war ein zweiter Kellerraum dazugekommen, der die ursprüngliche Kapelle um das Doppelte erweiterte. Die Mitte dieses Raums ist der neue Altar: Ein besonderer Tisch aus Holz und Stahl mit einer in drei Stufen sich aufbauenden Tischplatte. Über dem Altar eine große runde Leuchtschiene, ein sammelndes Licht, das von oben einfällt. Um den Altar Freiraum, denn zum Mahlteil versammelt sich die Gemeinde stehend um den Altar: ein Communioraum, der alle am Tisch des Herrn zusammenführt.

 

Ambo und Corpus des GekreuzigtenNeben dem Altar an der Wand der stilisierte Corpus von Sutor, ein Gekreuzigter, der - sich ergebend - dem Vater anheim gibt und dadurch Züge des Auferstandenen annimmt. Hinter dem Altar die Schiebewand zur angrenzenden Andachtskapelle. In der Wand ein kleines Fenster, ein Durchbruch, von Leuchtspuren umgeben. Vom Christusweg auf der anderen Seite her markiert er die Stelle nach dem Tod Jesu: ein Ausblick auf die Gemeinde, die Tod und Auferstehung des Herrn feiert. Von der Gemeinde her ist es das Fenster zur Andachtskapelle hin. Dort - im dritten Kellerraum, der dazugeschaltet werden kann - verläuft der Christusweg von der Geburt bis zur Auferstehung. Diese Andachtskapelle war konzipiert für die Frühschicht, die Andacht beim Gemeindeabend und als Rückzugsraum des Gebets mit dem Tabernakel."

Bedeutung der Kapelle für die Hochschulgemeinde

Gottesdienst in der KapelleGottesdienst in der Kapelle

In der Kapelle des Karl-Rahner-Hauses mit dem dazugehörenden Andachtsraum spielt sich ein Großteil des geistlichen Lebens der Hochschulgemeinde ab. Hier treffen wir uns samstags zur Feier der Eucharistie, hier beginnen wir den wöchentlichen Gemeindeabend mit einem Wortgottesdienst, hier feiern wir die großen Feste des Kirchenjahres. Neben den bereits oben von Karl Kern angedeuteten Möglichkeiten, die diese Kapelle eröffnet, um eine aktive Teilnahme aller am Gottesdienst zu gewährleisten, schätzen wir heute vor allem den großen Freiraum, den die Kapelle samt Andachtsraum bietet. Je nach Thema der Gottesdienste kann eine Mitte kreativ gestaltet werden, es ist Raum für liturgische Gesten, der variable Altar kann so gestellt werden, dass liturgische Tänze möglich sind, der Durchgang zwischen Kapelle und Andachtsraum ist der Ort, an dem am Karfreitag das Kreuz zur Kreuzverehrung steht, zu Meditationen und den Ölbergstunden können wir mit Teppichen auf dem Boden sitzen oder knien. Sowohl die Kapelle als auch der Andachtsraum sind von ihrer Größe her ideal, damit sich beim Gottesdienst ein Gemeinschaftsgefühl einstellen kann, ohne dass man sich gegenseitig bedrängt, im gemeinsamen Singen, in Schriftgesprächen und Austauschrunden, im liturgischen Feiern und Beten entsteht so eine dichte geistliche Atmosphäre, die für unsere Gottesdienste prägend ist.

Kunstwerke in der Kapelle und im Andachtsraum 

Entwurf: Dipl. Ing. Hildegard Strutz, 1989

 

"Die Gestaltung der Kapelle erstreckte sich hauptsächlich auf die liturgischen Einrichtungsgegenstände und sollte den Leitgedanken der Gemeinde unterstützen.

Das Triyptychon zeigt die Gemeinde als Vielfalt der Gläubigen, die die Starrheit aufbrechen will, hin zum allumschließenden Licht, durch alle Starrheit und Widersprüche hindurch.

Der Altar verkörpert durch die drei Holzplatten die Dreieinigkeit unseres Glaubens wie auch unserer Kirche und erfüllt die Idee des 2.Vatikanischen Konzils, der Altar sei ein Tisch für die Gemeinde. Ambo, Kerzenständer und Gesangsbücherturm, sind dienende Objekte und unterstützen in der Formgebung die Idee des Altars."

Hildegard Strutz

Der Christusweg im Andachtsraum

Durch das Schließen der Falttür bildet sich in der Kapelle die "Kapelle in der Kapelle" und schließt den Christusweg als Kontemplationsort ab.


Der AndachtsraumDie ersten sechs Bilder des 19 Bilder umfassenden Christusweges führen das innere Geheimnis der Person Jesu vor Augen. Sie zeichnen seine Entwicklungsgeschichte nach, beginnend mit dem Bild "Ich bin da". Durch die im Bild dargestellte Zuwendung Marias erfährt Jesus den mütterlichen Welthintergrund. Sein Leben wird rund und ganz, deshalb wird er ein Leben lang mütterliche Geborgenheit vermitteln, restloses Vertrauen auf Gott, seinen lieben "Abba". Tiefes Geborgensein, aus dem der Mut einzigartiger Freiheit erwächst, das ist das Grundgeheimnis der Person Jesus.


Christusweg: Ich bin daChristusweg: Hier und JetztChristusweg: Sie folgten ihm

Jesus verkörpert die Botschaft von der restlosen Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen und des darin sich eröffnenden Reiches Gottes. Er war ein Mensch, der - wie ein Clown (dargestellt im Bild „Hier und Jetzt") ganz im "Hier und Jetzt" lebte und der alle Rollen durchbrach und sprengte. Er ist ganz er selbst und fasziniert durch den spielerischen Einklang mit dem Geheimnis dieser Welt. Die Gestalt des Erlösers will Gelöstheit, will heitere Festfreude wecken. Hier und Jetzt kann das Fest beginnen.


Die Bilder 6-15 umreißen in exemplarisch verdichteten Szenen skizzenhaft das öffentliche Wirken Jesu. 

Das Bild "Sie folgten ihm" stellt zum Beispiel eine Nachfolgeszene dar. Zwei Männer lassen sich auf den Weg einer neuen Freiheit locken, sie folgen der Lichtspur Jesu.

 

Christusweg: Komm doch heraus!Im Bild "Komm doch heraus!" ist Jesus als Lichtgestalt in den Farben der Auferstehung dargestellt. Sein ganzes Wesen ist Zuwendung, deshalb schließt dieses Bild die Reihe des öffentlichen Wirkens Jesu ab. So war Jesu Sendung: Er ging dem Verlorenen nach, er umfängt den Menschen, der sich in der dunklen Höhle abschließt und abkehrt. Der Mensch, eingeschlossen im Kerker der Angst, der Mensch, gekrümmt über sich selbst und abgesondert vom göttlichen Heil - diesem erlösungsbedürftigen Menschen ruft der Heiland zu: "Komm doch heraus! Ich bin da, ich bin bei dir."


Christusweg: Damit ihr das Leben habt 90 Grad, eine neue Wand, eine neue Phase im Leben Jesu: seine Passion, die äußerste Zuspitzung seines Heilshandelns, ein harter Schnitt auch in der Bildfolge. Das letzte Bild dieser Bildfolge ist eine Leerstelle, ein offener Durchbruch in der Holzwand hinüber in den Raum der eucharistischen Gemeinschaft: ein Sinnbild für das Nichts, als große Leere, in der alles zu finden ist, ein Sinnbild für den Tod, aus dem Leben ersteht, ein Durchblick auf und für die Gemeinde, die dieses Geheimnis feiert. Umgekehrt kann der Betrachter des Christusweges durch das quadratische Fenster die Gemeinde erahnen. Das Nichts, das Alles ist. "Gelobt seiest Du Niemand, Dir zulieb wollen wir blühn" (Paul Celan).

 

Das Auferstehungsbild ("Damit ihr das Leben habt") ist größer als die anderen. Es eröffnet eine völlig neue Dimension. Es ist am meisten ungegenständlich gehalten, weil es jeden von uns mit hinein nehmen will. Auferstehung lässt die dunklen Farben nicht einfach verschwinden, bestimmend jedoch ist die angedeutete Lichtgestalt, Christus, der in uns immer neu auferstehen will.

(Leicht veränderte Auszüge einer Beschreibung von Hildegard Strutz und Karl Kern)

Der Tabernakel

Tabernakel Neben dem Auferstehungsbild steht, von der Wand abgesetzt, der Tabernakel. Er ist integriert in eine gut 2 Meter hohe Stele. Die erdhafte Basis des Ganzen bildet ein Holzsockel, aus dem ein roh bearbeiteter Stamm wächst. Auf den Stamm gesetzt ist eine aufwärts strebende Stahl - Glas - Konstruktion, die wiederum in ihrem Inneren von einem Holzstab durchzogen ist, der nach oben wächst und die Gestalt eines Menschen annimmt. Die ganze Stele soll Symbol für Christus sein, für seine bleibende Gestalt als Inbegriff der Gnade, für seine Gegenwart in den Grundsakramenten von Taufe (Wasserschale), Firmung (Feuer, ewiges Licht) und Eucharistie (gewandeltes Brot). Ein eingebauter Spiegel und die Farbgläser sollen in der Brechung und Widerspiegelung der verschiedenen Elemente das Geheimnisvolle dieser Gegenwart sichtbar machen. In ihm, dem Menschensohn, entsprossen aus der Wurzel Jesse, ist Gottes Zuneigung und Liebe erschienen. Er verbindet unten und oben. Er ist zu einer solchen Höhe ausgewachsen, dass die Gestalt seiner Lebenshingabe ein bleibendes Symbol für Gottes Gegenwart ist.

(Leicht veränderte Auszüge einer Beschreibung von Hildegard Strutz und Karl Kern)

 

Texte: Hans-Jörg Krieg, Karl Kern, Hildegard Strutz

Fotos: Thomas Ehret