termine zur rubrik
Kunstwerk im Meditationsraum
Denn wie der
Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat,
alle Glieder
des Leibes aber, obgleich es viele sind,
einen einzigen
Leib bilden: so ist es auch mit Christus.
Durch den
einen Geist wurden wir in der Taufe
alle in einen
einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen,
Sklaven und
Freie; und alle wurden wir mit einem einzigen Geist getränkt.
Auch der Leib
besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern.
(1 Kor 12,
12-14)
Viele silbern schimmernde Perlmuttmuscheln bilden
einen Kreis. Die Muscheln sind ziemlich gleichmäßig um eine Mitte aus drei
Perlmuttmuscheln angeordnet. Dabei überlappen sich die Muscheln gegenseitig.
Die Muscheln sind konvex gewölbt und nehmen aufnahmebereit die Blicke und
Gedanken des Betrachters entgegen.
Je nach Lichteinfall reflektieren und
schimmern die Muscheln unterschiedlich. Die bunt irisierenden Oberflächen der
Muscheln verweisen auf ihre Entstehungs-geschichte, ihre Herkunft aus dem
Element des Wassers. Wie das Wasser in den Muscheln zur Ruhe gekommen ist, lädt
das Kunstwerk im Meditationsraum dazu ein, zur Ruhe zu kommen und sich auf
feste Punkte im ewig bewegten Rhythmus des Lebens zu konzentrieren.
Die Oberflächen der Muscheln reflektieren Formen, Bewegungen und Licht des Umraumes. Der
umgebende Raum erscheint auf dem Kunstwerk. Der Betrachter spiegelt sich matt
in den Muscheln. Die Umgebung und der Betrachter werden Teil des Kunstwerks.
Das Kunstwerk im Meditationsraum ist ein Bild für
den Leib Christi und die Eucharistiefeier in der katholischen Kirche, für die
vollkommene, aufmerksame Hingabe des Einzelnen an seinen in der Welt bestimmten
Ort.
Das eigens für den Meditationsraum geschaffene
Kunstwerk wurde im Rahmen des Karl-Rahner-Festes am 13. November 2010 feierlich
eingeweiht.
Elisabeth
Roth (* 1984) studiert seit 2005 an der Staatlichen Akademie der
Bildenden Künste Karlsruhe. Sie ist Stipendiatin des Cusanuswerks und nominiert
für ein Fulbright-Stipendium für die Syracuse University, New York.

Fotos: Pietro Pellini






